Ich saß in einem
Workshop und wurde
leicht genervt.
Etwa 90 Prozent der Teilnehmenden arbeiteten in diesem Workshop daran, zu glauben, dass sie genug sind. Das war ihr Thema. Ihr Schmerz. Ihr Weg.
Und ich saß da und merkte: Das ist nicht meins. Innerlich, fast unbewusst, schoss mir ein Impuls durch den Kopf –
„Und was ist mit miiiiiiiiir?!?!?!?!?"
In diesem Moment wurde mir klar: Ich bin scheinbar nicht zu wenig. Ich bin zu viel.
Eine Woche später saß ich mit einem guten Freund am Küchentisch. Wir kennen uns seit der siebten Klasse. Ich erzählte ihm von diesem Moment, von meinem neu entdeckten „Zu-Viel-Modus". Es hat ihn traurig gemacht.
Er fragte mich, was denn die konstruktive Deutung des Zu-Viel sein könnte. Und ich saß da, Wein in der Hand, und wusste keine Antwort. Untypisch für mich.
„Bist du blöd? Was, wenn du nicht zu viel bist? Was, wenn du mehr als genug bist?"
Dieser Moment hat mich mit der Welt versöhnt.
Nicht jeder hat gerade einen solchen Menschen an seiner Seite. Jemanden, der die richtige Frage zur richtigen Zeit stellt. Deshalb habe ich meine Angebote auf genau diese Transformation ausgerichtet – vom „Ich bin scheinbar irgendwie zu viel" hin zum „Ich bin mehr als genug."
Für Menschen, deren Problem nicht emotionaler Art ist. Schon gar nicht rationaler Art. Sondern relationaler Art.